Die deutsche Kanzlerin tritt heute, Donnerstag 5. Oktober 2006, ihre erste Amtsreise in die Türkei an. Die Reise wird als besonders schwierig eingestuft, da sich Ankara nach wie vor weigert, Zypern anzuerkennen. Die EU-Beitrittsverhandlungen drohen zu stagnieren, wenn Ankara seine Flug- bzw. Seehäfen nicht bis Ende des Jahres für zyprische Schiffe bzw. Flugzeuge öffnet.
Angela Merkel selbst gab vor dem Antritt der zweitägigen Reise bekannt, dass sie eigentlich gegen eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei sei. Dennoch will die CDU-Chefin die vor einem Jahr begonnenen Beitrittsverhandlungen weiterführen, diese sollen mindestens bis 2013 dauern. In einem Interview appellierte die deutsche Kanzlerin an die Türkei, sie solle ihren Verpflichtungen bei den Verhandlungen nachkommen. Wichtig für Merkel sei, dass die Türkei ihre Verpflichtungen einhält und die Beitrittskriterien hundertprozentig erfüllt. Sie betonte weiters, dass die Beitrittsverhandlungen fair und offen für jedes Ergebnis geführt werden.
Merkel äußerte sich zur Idee des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, die Integration von in Deutschland lebenden Türken zu unterstützen, äußerst positiv. Die türkische Regierung will künftig Vorbereitungskurse anbieten, die das Lernen der deutschen Sprache vereinfachen sollen. Angela Merkel will mit dem türkischen Ministerpräsidenten an einem traditionellen Fastenbrechen-Essen im Fastenmonat Ramadan teilnehmen, bevor sie am Freitag ein Gespräch mit Tayyip Erdogan und den Religionsführern des Landes hält.