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Urzeitbakterien leben ohne Sonnenlicht!

Technik - 22. Oktober 2006 von Webmaster

In einer südafrikanischen Goldmine haben Forscher in 2,8 Kilometern Tiefe eine bisher unbekannte Bakterienart gefunden. Die Bakterien lebten dort schon seit Millionen von Jahren, und das ganz ohne Sonnenenergie.

Derzeit wird nachgeforscht, wie es für Lebewesen möglich sein kann, ohne Sonnenenergie zu überleben. Nach den jüngsten Ergebnissen überleben die Bakterien, indem sie sich von gelogisch erzeugtem Wasserstoff und Schwefel ernähren. Gefunden wurden die Bakterien im Grundwasser der Goldmine, Analysen der im Wasser gelösten Edelgase ergaben, dass dieses Wasser mehrere Millionen Jahre alt ist. Das Geoforschungszentrum in Potsdam war dabei für die Analysen verantwortlich und konnte ein Alter von durchschnittlich 15 Millionen Jahren bestätigen. Aus den Ergebnissen kann man ableiten, in welchem Zeitraum die mikrobiologischen Abfallprodukte angefallen sind. Daraus kann man weiter ableiten, dass die Verdoppelung der Bakterien ca. 45-300 Jahre dauert. Allerdings ist es gerade die langsame Fortpflanzung, die den Bakterien das Überleben sicherten, denn die Nährstoffe erneuern sich unter den gegebenen Umständen nur extrem langsam. Leider macht dieser extrem langsame Lebenszyklus ein kultivierung im Labor praktisch unmöglich. Die Forscher konnten trotzdem herausfinden, dass die einzige Energiequelle, die den Bakterien zugänglich ist, von geologischer Natur ist. Die Forscher berichteten, dass diese Jahrmillionen alten Baterien die ersten bekannten Organismen sind, die zum Überleben nur geologische Energiequellen benötigen. Dank dieser Entdeckung eröffnen sich für Wissenschafter und Forscher komplett neue Perspektiven, was das Leben auf anderen Himmelskörpern wie den Mars betrifft.