Ein Thema, über das zur Zeit heiß debattiert wird sind gewalttätige Computerspiele. Besonders die Frage nach der Wirkung gewalttätiger Computerspiele auf den Spieler ist ungeklärt. "Killerspiele" machen aggressiv und gewaltbereit. Computerspiele machen zu Mördern. Wer Counterstrike spielt wird zum Amokläufer.
So oder so ähnlich versuchen uns die Medien das Thema Videospiele zu vermitteln, besonders seitdem es zu den schrecklichen Amokläufen in Deutschland und Amerika gekommen ist. Psychologen meinen eine Verbindung zwischen gewalttätigen Computerspielen und gewalttätigen Handlungen zu sehen. Wer viel Counterstrike & Co spielt, steigert angeblich seine Gewaltbereitschaft. Doch ich denke, dass man das nicht einfach so hinnehmen kann wie es dargestellt wird. Besonders im Fernsehen wird viel Falschinformation geliefert was Egoshooter1 anbelangt. Beispielsweise wurde vor kurzem in der Sendung "Panorama" auf ARD (ein deutscher öffentlich-rechtlicher Fernsehsender) Szenen aus "Killerspielen" gezeigt, deren Inhalte nachträglich als inoffizielle Erweiterungen von Drittanbietern installiert werden müssen. Der irreführende Kommentar des Sprechers vermittelte allerdings, dass derartige Inhalte bereits in der normalen Kaufversion des Spiels vorhanden seien. Weiters wurden in derselben Sendung die Spieler von Egoshootern wie Counterstrike, Call of Duty oder Unreal Tournament unter anderem als Nazis und Kinderschänder bezeichnet. Hier stellt sich in meinen Augen gar nicht mehr die Frage, ob Computerspiele aggressiv machen oder nicht. Viel mehr frage ich mich, woher die Verantwortlichen dieser Sendung das Recht haben, in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender derartige Vorwürfe laut werden zu lassen? Aber wie in einer Erläuterung der Redaktion zu dieser Sendung klar wurde, ging es gar nicht um die Wirkung von Computerspielen oder ob diese die Gewaltbereitschaft erhöhen. Überhaupt sei von den Zuschauern viel missverstanden worden. Wieso wird die Sendung dann so produziert, dass man als unwissender Nicht-Computerspieler eine solche Meinung über Computerspiele bekommt? Für mich persönlich ist der Fall klar: Es wird nach Schuldigen gesucht. Was vor zehn oder zwanzig Jahren der Heavy-Metal war (und heute auch noch ist), sind heutzutage Computerspiele: Die Schuldigen für Fehlverhalten. Doch wer glaubt, Computerspiele machen zu Amokläufern, der irrt. Vor allem neuere Studien belegen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und Computerspielen hergestellt werden kann. Die Gründe für Amokläufe oder anderes, eventuell gewalttätiges, Fehlverhalten sind für jeden Täter individuell. Natürlich wird so eine Gewaltsteigernde Wirkung von Computerspielen weder belegt noch ausgeschlossen, denn: Die Gründe sind immer individuell. Während für den Einen Counterstrike ein Mittel zum Stressabbau ist, macht es den Anderen aggressiv und nervös. Dies belegen auch psychologische Studien. Während bei der einen Studie kein Einfluss auf die Gewaltbereitschaft eines Menschen bewiesen werden kann, besagt eine andere Studie zur selben Zeit das genaue Gegenteil.
Somit kann auf die Frage, ob Computerspiele aggressiv machen weder mit einem "Ja" noch mit einem "Nein" beantwortet werden – es kommt auf den Menschen an, der das Computerspiel spielt.